Trotzdem!

Dieses Wort zählt zu meinen meist gebrauchten Wörtern in den letzten Wochen. 

Wir haben trotzdem Ostern gefeiert, wir bleiben trotzdem in Kontakt, wir genießen trotzdem so manches, das schöne Wetter, das Essen, das Telefonieren. 

Trotzdem – ein Wort, das etwas mit etwas anderem verbindet. Zwei Satzteile zum Beispiel. Oder auch etwas scheinbar Widersprüchliches. Ein Wort, das Menschen miteinander verbindet – trotz Kontaktsperre.

Trotzdem ist das Wort, das den Blick auf das lenkt, was ich habe und nicht auf das, was fehlt und was ich schmerzlich vermisse. 

Ihr kennt das Glas, das entweder schon halb leer oder ich halb voll ist, je nachdem ob ich die Lage positiv oder negativ bewerte. Und das macht einen entscheidenden Unterschied. 

Eine der biblischen Ostergeschichten erzählt von Thomas, dem Jünger, der das mit der Auferstehung nicht so richtig glauben wollte. Kein Wunder, denn ehrlich gesagt fällt uns das ja bis heute schwer. Und wir haben den Vorteil, dass wir ja auf viele Jahrhunderte zurückschauen können, in denen Millionen Menschen davon erzählen und aus dieser Hoffnung leben. 

Thomas wollte Beweise. Und er bekam sie, durfte seine Finger in die Wunden Jesu legen, um zu begreifen. 

Jesus sagte zu ihm: »Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Freuen dürfen sich alle, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!«

Uns bleibt ja gar nichts anderes übrig, als trotzdem zu glauben. Wir haben ihn ja gar nicht leibhaftig vor uns, Jesus, gar nicht die Chance, uns etwas beweisen zu lassen wie Thomas. 

Trotzdem. Das steckt ein bisschen Trotz drin. Dem, was alle glauben zum Trotz, und dem, was scheinbar übermächtig ist zum Trotz. Den schlechten Nachrichten zum Trotz. Und meinen Ängsten zum Trotz.

Und trotzdem, oder vielleicht gerade weil wir trotzdem sagen, dürfen wir uns freuen. 

Die Trotzdem-Sager dürfen sich freuen, weil sie eine begründete Hoffnung haben, dass das Leben siegt. „Trotzdem“ ist Kern der Osterbotschaft.

Die Trotzdem-Sager setzen allen schlechten Nachrichten dieser Tage ein trotziges Trotzdem entgegen. 

Nicht aus kindlichem Trotz, etwa weil wir etwas nicht wahrheben wollen, sondern weil wir etwas anderes für wahr halten: Die Liebe Gottes, der sich eine Zukunft für diese Welt und für seine Kinder erdacht hat. 

Trotzdem bleibe ich stets bei dir, Gott. Denn du hältst mich bei meiner rechten Hand“, können wir in Psalm 73 lesen.

Trotzdem. 

Bleibt behütet!

Eure Kristina Ziegenbalg

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