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Mach hoch die Tür
Ich stelle mir vor, Maria und Josef sind unterwegs, hier, in Solingen. Sie suchen eine Unterkunft. Da sind viele hell erleuchtete Fenster. Musik ist zu hören. Josef klopft an eine Tür, die schon weihnachtlich geschmückt ist. Stimmengewirr dringt nach draußen.
„Merken Sie nicht, dass Sie stören? Wir sind mitten in der Chorprobe. Versuchen Sie´s mal woanders.“
Zack ist die Tür zu.
In der nächsten Straße ist ein Fenster halb geöffnet. Der Duft von frisch gebackenen Plätzchen weht nach draußen. Zaghaft klingelt Josef.
„Also das passt jetzt aber gar nicht. Sie sehen ja, ich bin gerade beim backen. Muss ja alles fertig werden für Weihnachten.“
Zack ist die Tür zu.
Ein Kaufhaus ist in der Nähe. Eltern lassen ihre Kinder mit dem Weihnachtsmann fotografieren. Maria und Josef kommen näher.
„Na, junge Frau. Das dauert aber nicht mehr lange bei Ihnen. Wollen Sie sich auch fotografieren lassen? – Ach, sie haben kein Geld? Dann geht’s natürlich nicht.“
Im Kaufhaus ist es warm. Am liebsten würden die beiden hierbleiben. An einem extra Tisch können die Kunden ihre Geschenke einpacken lassen.
„ Und was darf ich für Sie einpacken? – Sie haben gar kein Geschenk? Dann muss ich Sie bitten, Platz zu machen für die anderen Kunden. Sie sehen ja: Viele warten schon.
Maria und Josef sind unterwegs. Auch jetzt.