Category Archives: Kristinas Blog

Erntehelfer

Letzter Tage habe ich mit einem Freund per Video gechattet. 

Das ist ja so eine ganz neue Erfahrung für viele. Plötzlich blickt man in anderer Leute Wohnzimmer, sieht, wie sie so eingerichtet sind und was sie so anhaben, wenn sie ganz allein zu Hause sind.  

Er trug ein T-Shirt mit dem Aufdruck “Carpe diem” – wörtlich übersetzt ” pflücke den Tag”. Und wenig später erzählte er: Heute ist so ein Tag, an dem ich einen Erntehelfer brauchen könnte.  

Ich finde diesen Gedanken neu und nachdenkenswert.  

Und ich glaube, es gibt zwei Sorten von Tagen, an denen ein oder mehrere Erntehelfer ganz nützlich sein könnten.  

Da sind einmal die Tage, die voll sind von Glück und schönen Erlebnissen, und man weiß gar nicht, wohin damit. Um sie zu ernten, aufzubewahren und später noch mal erinnern zu können. Unser Hochzeitstag im letzten Jahr war so ein Tag, an dem wir viele Erntehelfer dabei hatten. Freundinnen und Freunde, die viele Wochen und Monate später mit uns in Erinnerungen schwelgen und uns heute noch erzählen, wie schön dieses Fest war.  

Und dann gibt es die Tage, an denen ich mich gar nicht so richtig aufraffen kann, irgendwas zu pflücken oder zu ernten. Weil ich denke, da gibt es nichts, was lohnt. Nichts, was erblüht oder als Frucht dieses Tages zu genießen wäre.  

Und da kommt jetzt einem ” Erntehelfer” eine ganz besondere Bedeutung zu. Einer, der in meinem Tag das Besondere sieht, der entdeckt, was zu pflücken ist und es vielleicht einfach an meiner Stelle tut, diesen Tag pflücken.  

Wir Christen können füreinander solche Erntehelfer sein. Einander den Tag pflücken und einem anderen die reifen, duftenden Früchte reichen, vielleicht schon in Stückchen geschnitten wie es Oma immer getan hat, als ich Kind war. – Aber auch miteinander ernten, wenn es viel und reichlich gibt. Die Speicher mit vereinten Kräften füllen und wissen, dass da unser gemeinsamer Vorrat ist für kältere und dunklere Tage.  

Das alles ist für mich gemeint, wenn im Matthäusevangelium von Jesus erzählt wird:  

Jesus zog durch alle Städte und Dörfer in dieser Gegend. Er lehrte in den Synagogen und verkündete überall im Land die rettende Botschaft von Gottes Reich. Wohin er auch kam, heilte er die Kranken und Leidenden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren erschöpft und hilflos wie Schafe, die keinen Hirten haben. »Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter«, sagte Jesus zu seinen Jüngern. »Darum bittet den Herrn, dass er noch mehr Arbeiter aussendet, die seine Ernte einbringen.« 

Wie ist es? Wollen wir uns nicht freiwillig melden, als Ernte-Helfer? 

Bleibt behütet!  

Kristina Ziegenbalg 

Ein stück vom Himmel

Heute ist Christi Himmelfahrt, oder, wie ein amerikanischer Kollege s ausgedrückt hat, der Tag, an dem Jesus beschlossen hat, Homeoffice zu machen. 🙂

Himmel, das ist in unserer Sprache ein ziemlich schillernder Begriff. Wir schauen an den wolken- und flugzeuglosen Himmel und wissen, dass dahinter der Weltraum liegt und niemals endet.

Wir sagen, Gott wohnt im Himmel, schauen nach oben und wissen doch, dass er ganz anders ist als ein alter Mann zwischen den Wolken.

Wir erzählen davon, dass unsere Toten im Himmel sind und wissen gleichzeitig nicht, wo er ist, dieser Himmel und wie es da sein wird.

Wir verwenden die Ausdrücke “himmlisch” und “im 7. Himmel” und meinen wunderbare, paradiesische Zustände.

Vor achtzig Jahren lebte in Warschau die kleine Janina David zeitweilig versteckt in einem engen dunklen Zimmer, das sie niemals verlassen durfte. Die Familie David musste sich vor den Nazis verstecken. In dem Buch, das sie später über ihre Erlebnisse schrieb, erinnert sich Janina David an ein winziges Fenster, durch das sie ein Stück vom blauen Himmel sehen konnte. Dieser Blick auf den Himmel war es, was ihr Mut gab und sie die lange böse Zeit am Leben hielt.

Für das jüdische Mädchen Janina bedeutete der Himmel Freiheit, Hoffnung, Zukunft.

Der Himmel ist ein Symbol für so vieles, was uns glücklich macht. Der Himmel, den wir sehen können, wenn wir unseren Blick nach oben richten, ist ein Bild dafür.

Aber: Gott ist nicht da, wo der Himmel ist, sondern der Himmel ist da, wo Gott ist.

Christi Himmelfahrt erinnert daran. Der Jesus, der vorher für seine Freunde und die Menschen in einigen Dörfern und Städten erfahrbar war, ist jetzt “im Himmel” und damit überall da, wo Gott ist. Über uns, neben uns, um uns herum, in uns.

Quasi im Homeoffice mit umgekehrtem Vorzeichen. Nähe statt Abstand, obwohl er körperlich nicht mehr da ist.

Das ist schwer zu verstehen. Und trotzdem will ich es glauben.

Und wenn ich heute in den Himmel gucke, dann fällt mir das etwas leichter als an grauen Tagen. Ein Stück vom Himmel ist da. Auch für mich. Heute. Damit ich grenzenlos hoffen kann.


Bleibt behütet!
Kristina Ziegenbalg

Infobrief zum Thema Gottesdienste

                                                                                    Pfarrerin Kristina Ziegenbalg
04.05.2020

Liebe Widderter Gemeindeglieder,

liebe Freunde der Widderter Gottesdienste!

Sicher fragt sich nach der Berichterstattung in den Medien der ein oder andere, wann wir denn in Widdert wieder „Präsenzgottesdienste“ feiern.

Dazu ist es wichtig zu wissen, dass wir jetzt lediglich einen rechtlichen Rahmen und konkrete Bedingungen haben, unter denen Kirchengemeinden gesetzeskonform Gottesdienste durchführen können. Dieser Rahmen ist allerdings keine Handlungsempfehlung.

Sowohl der Präses unserer Landeskirche als auch Superintendentin Frau Dr. Werner haben in ihren Schreiben darauf hingewiesen, dass mit diesem rechtlichen Spielraum ein vorsichtiger Umgang und ein sorgfältiges Abwägen verbunden ist.

Aus den Texten, die unter anderen unter www.klingenkirche.de zu finden sind, möchte ich unsere Superintendentin an einer Stelle zitieren: „Jesus hat einmal gesagt, dass die Liebe das Merkmal sei, an dem man die Gemeinschaft erkennen soll, die sich an ihm orientiert. Dieses Kennzeichen muss natürlich auch für die Praxis unserer Gottesdienste gelten….Ob Gottesdienstfeiern in der Kirche diesem Liebesgebot entsprechen, wenn sie aus Hygienegründen ohne Gesang bleiben und ohne diejenigen stattfinden, die sich wegen ihres erhöhten Ansteckungsrisikos nicht in die Kirche trauen, müsse kritisch hinterfragt werden. Auch eine Einladung zum Gottesdienst, bei der dann konkret viel mehr Menschen an der Kirchentür abgewiesen werden müssten, als eingelassen werden könnten, wirke eher lieblos. Im Zweifelsfall wolle man darum lieber etwas länger warten, als Gemeindemitgliedern weh zu tun.“ 

Die Solinger Kirchengemeinden, vertreten durch ihre Presbyterien, werden in Hinblick auf ihre Gottesdienstes unterschiedlich entscheiden. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: die Größe des Kirchraums und die Zuwegung, die Konzeption der Gottesdienste, die personellen Ressourcen in Aufsicht und Desinfektionsmaßnahmen, aber auch theologische Erwägungen.

Die Männer und Frauen in den Presbyterien tragen dabei eine besondere Verantwortung sowohl für die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Botschaft als auch insbesondere für die Gesundheit der Eingeladenen und Mitarbeitenden.

Wir in Widdert haben uns dafür entschieden, uns bis zu den Sommerferien auf alternative geistliche Angebote zu konzentrieren:

  • tägliche Mutmach-Impulse über whatsapp-broadcast
  • Impulse per Mail
  • wöchentliche moderne Gottesdienste über die Homepage www.widdert.com
  • telefonische Andachten unter 0212-24709010

Wir beobachten die epidemiologische Lage, lernen aus den Erfahrungen, die einige wenige Gemeinden in den nächsten Wochen machen und diskutieren, und entwickeln parallel dazu Möglichkeiten, wie wir in den nächsten Monaten Gottesdienste feiern können.

Denn das ist jetzt schon deutlich: Wir werden noch sehr lange keine Gottesdienste feiern können, wie wir es gewohnt sind. Momentan dürften wir in Widdert z.B. maximal mit insgesamt 15 Personen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen gleichzeitig im Kirchraum sein.

Am Schluss seien mir einige persönliche Gedanken erlaubt:

Für mich ist der Gottesdienst Kernstück meines Glaubens und meiner Arbeit. Ich vermisse das lebendige Zusammensein mit den vielen Menschen, die nach Widdert kommen, sehr. Mein ganzes Berufsleben lang habe ich mich für Formen des Gottesdienstes eingesetzt, in denen Menschen sich begegnen, miteinander in Kontakt kommen, den Kirchraum und die Mitfeiernden ganzheitlich wahrnehmen. Es tut weh, das alles jetzt eine lange Zeit nicht zu haben und nicht gestalten zu können.

Was ich mir aber nicht vorstellen kann: Aufgrund der Bestimmungen und der Einsicht in Risiken wieder zu alten, traditionellen Gottesdienstformen mit frontaler Ausrichtung zurückzukehren. Ich kann mir auch nicht vorstellen, die nächsten Monate unsere älteren oder gesundheitlich beeinträchtigten Gemeindeglieder zu bitten, zu Hause zu bleiben. Und ich kann schwer fröhlich feiern, wenn ich meine eigenen Kinder, meine Mutter und meine Freunde zurzeit nicht treffen darf, um sie und unsere Gesellschaft zu schützen.

Wenn ich an die vielen Menschen denke, die in Kunst und Gastronomie, in der Reisebranche und anderswo um ihre Existenz kämpfen müssen, an die, die sich unter Schmerzen an die Empfehlungen halten, um diese Pandemie einzudämmen, halte ich persönlich Zurückhaltung, Geduld und Demut für die angemessene Reaktion einer Kirchengemeinde.

Nicht alles, was rechtlich erlaubt ist, sollten wir tun.

Unsere Maßstäbe sind darüber hinaus Liebe, Rücksicht und Wertschätzung.

Unser Gott hat uns mit Hoffnung und Kreativität beschenkt. Nehmen wir beides und überlegen, was geht, wie wir einander etwas von Gottes Liebe weitergeben können.

Denn Gottesdienst – so verstanden- findet nicht nur in der Kirche statt, sondern an ganz vielen Orten.  Ich bin sicher, da wird uns vieles gelingen!

Bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin

Kristina Ziegenbalg
Vorsitzende des Presbyteriums

Seestern

gemalter Seestern
Seestern gemalt von Djuna

Guten Morgen, heute wieder einen Mutmach-Impuls meiner Mutter Margret Wand.

Es ändert eine Menge

Schlimmer hätte es kaum kommen können. Meterhohe Wellen, kleine Holzstücke wirbeln durch die Luft, Seetang  klatscht gegen die DLRG-Hütte. Der Sturm heult. Vom Strand nichts mehr zu sehen.

Am nächsten Morgen blauer Himmel, eine sanfte Brise, wie geschaffen für einen Strandspaziergang. Die beiden Männer vom Säuberungsdienst sind schon im Einsatz, wie jeden Morgen.

“Mensch, guck mal.” sagt der Eine. “Jede Menge Seesterne. Die hat´s diesmal aber tüchtig erwischt. – Was macht der denn da hinten? Typisch Touri. Der wirft die wieder ins Wasser. Na, da hat der aber Arbeit für den Rest des Tages. – Fahr mal näher ran. –  He, Sie da. Glauben Sie im Ernst, das bringt was? Der ganze Strand ist doch voll mit Seesternen. Sinnlos, absolut sinnlos, was Sie da tun. Alle schaffen Sie sowieso nicht. Das ist nun mal der Lauf der Natur. Da ändern Sie gar nichts.”

Der Angesprochene zögert, schaut den Arbeiter an und hebt einen weiteren Seestern auf. Er legt ihn auf seine flache Hand und betrachtet ihn nachdenklich. ” Für ihn ändert es eine Menge.” sagt er und  wirft den Seestern zurück ins Meer.

Auch für jede und jeden Einzelnen von uns ändert es eine Menge: Wenn jemand anruft, wie es uns geht. Wenn jemand seine Hilfe anbietet, uns ganz persönlich. Wenn jemand einen aufmunternden Brief schickt – oder auch “nur” ein Lächeln per Skype. Wenn jemand zeigt, dass wir ihm nicht gleichgültig sind.

Margret Wand

Impuls: Team Hoffnung

Einige haben es vielleicht schon gesehen: Seit einigen Wochen ist um mein Profilbild bei facebook ein blauer Ring mit dem Schriftzug „#TeamHoffnung

Eine Initiative der Nordkirche, die sagen soll: Wir sind viele. Nicht nur wir Pfarrerinnen und Pfarrer, die ja quasi von Berufs wegen Hoffnung verbreiten und das als ihren Auftrag verstehen, sondern alle Christinnen und Christen, die ja eine begründete Hoffnung haben, sogar eine, die über den Tod hinaus geht. 

Team Hoffnung bedeutet aber für mich noch mehr. Wir sind nicht nur viele, sondern wir sind ein großes Team. In einem Team kommt jedem und jeder eine bestimmte Aufgabe zu, nicht jede kann alles gleich gut und nicht jeder muss alles machen. 

Eine findet gute, mutmachende Worte und ein anderer kann sie durch technischen Sachverstand gut unter die Menschen bringen. Einer geht für andere einkaufen und eine andere berät Familien am Telefon. 

Und: Eine ist heute mutlos und mit sehr wenig Hoffnung und ein anderer hat vielleicht grade sehr viel davon und kann Hoffnung abgeben. 

Team Hoffnung. 

Ob wir ein gutes, tragfähiges Team sind, zeigt sich in diesen Wochen besonders.  

Bleibt behütet! 

Kristina Ziegenbalg 

Trotzdem!

Dieses Wort zählt zu meinen meist gebrauchten Wörtern in den letzten Wochen. 

Wir haben trotzdem Ostern gefeiert, wir bleiben trotzdem in Kontakt, wir genießen trotzdem so manches, das schöne Wetter, das Essen, das Telefonieren. 

Trotzdem – ein Wort, das etwas mit etwas anderem verbindet. Zwei Satzteile zum Beispiel. Oder auch etwas scheinbar Widersprüchliches. Ein Wort, das Menschen miteinander verbindet – trotz Kontaktsperre.

Trotzdem ist das Wort, das den Blick auf das lenkt, was ich habe und nicht auf das, was fehlt und was ich schmerzlich vermisse. 

Ihr kennt das Glas, das entweder schon halb leer oder ich halb voll ist, je nachdem ob ich die Lage positiv oder negativ bewerte. Und das macht einen entscheidenden Unterschied. 

Eine der biblischen Ostergeschichten erzählt von Thomas, dem Jünger, der das mit der Auferstehung nicht so richtig glauben wollte. Kein Wunder, denn ehrlich gesagt fällt uns das ja bis heute schwer. Und wir haben den Vorteil, dass wir ja auf viele Jahrhunderte zurückschauen können, in denen Millionen Menschen davon erzählen und aus dieser Hoffnung leben. 

Thomas wollte Beweise. Und er bekam sie, durfte seine Finger in die Wunden Jesu legen, um zu begreifen. 

Jesus sagte zu ihm: »Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Freuen dürfen sich alle, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!«

Uns bleibt ja gar nichts anderes übrig, als trotzdem zu glauben. Wir haben ihn ja gar nicht leibhaftig vor uns, Jesus, gar nicht die Chance, uns etwas beweisen zu lassen wie Thomas. 

Trotzdem. Das steckt ein bisschen Trotz drin. Dem, was alle glauben zum Trotz, und dem, was scheinbar übermächtig ist zum Trotz. Den schlechten Nachrichten zum Trotz. Und meinen Ängsten zum Trotz.

Und trotzdem, oder vielleicht gerade weil wir trotzdem sagen, dürfen wir uns freuen. 

Die Trotzdem-Sager dürfen sich freuen, weil sie eine begründete Hoffnung haben, dass das Leben siegt. „Trotzdem“ ist Kern der Osterbotschaft.

Die Trotzdem-Sager setzen allen schlechten Nachrichten dieser Tage ein trotziges Trotzdem entgegen. 

Nicht aus kindlichem Trotz, etwa weil wir etwas nicht wahrheben wollen, sondern weil wir etwas anderes für wahr halten: Die Liebe Gottes, der sich eine Zukunft für diese Welt und für seine Kinder erdacht hat. 

Trotzdem bleibe ich stets bei dir, Gott. Denn du hältst mich bei meiner rechten Hand“, können wir in Psalm 73 lesen.

Trotzdem. 

Bleibt behütet!

Eure Kristina Ziegenbalg

Mitmachaktion am Montag

Hallo zusammen! Von heute an möchte ich euch jeden Montag einen Text und eine Aktion anbieten, die unsere Gemeinschaft stärkt und uns das spüren lässt. Dazu gleich der Text von Psalm 23 und die herzliche Einladung, mir einen Vers davon, ganz egal welchen, als Sprachnachricht per WhatsApp zu schicken. Technisch begabte Menschen werden ihn dann zusammensetzen, und ich werde euch das Ergebnis dann in den nächsten Tagen schicken.

Bleibt behütet!

Psalm 23

Ein Psalm Davids.

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Amen.

Zeit für Ruhe, Zeit für Stille

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Ich gebe offen zu, es ist mir nicht leichtgefallen, die ganzen acht Minuten der Audio-Datei anzuhören. Und ich wette, dass es einigen von euch genauso gegangen ist.
Und das, obwohl die meisten von uns doch jetzt Zeit genug haben.
Aber die Zeit für Ruhe, das merke ich an mir selbst, die ist oft trotzdem nicht da.

Vielleicht will ich aber auch gar nicht, dass sie da ist: Die Stille.
Weil sie…irgendwie merkwürdig ist, einem erst recht das Gefühl von Alleinsein gibt, und ein bisschen auch Angst machen kann.
Gestern hab ich sie erlebt, die Stille. Nach der Betriebsamkeit der letzten Tage, an denen die Nachbarn in den Gärten gearbeitet haben, gesägt und gehämmert, war es doch am Karfreitag deutlich ruhiger.
Zeit, um dem Gezwitscher der Vögel zu lauschen und dem Gesumme der ersten Insekten.

Also nicht totale Stille.

Aber immerhin ein Zur-Ruhe-Kommen, das Handy mal eine Stunde weglegen und einfach mal nichts tun. Das aushalten. Und danach auch wieder aufnahmebereit sein für ein Telefonat, einen Videoanruf, Musik aus dem Radio oder eine Netflix-Serie.
Der „Karsamstag“ ist dafür wie geschaffen. Er ist der Tag zwischen Karfreitag und Ostern, an dem einfach mal nichts passiert ist. Ein Ruhetag, eine Zeit der Stille.

»Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden. Durch Stillsein und Vertrauen könntet ihr stark sein.“– das können wir im Buch Jesaja lesen.

Vielleicht versuchen wir es mal. Und suchen die Stille bewusst, halten sie aus und laden sie ein, statt sie uns bedrohen zu lassen. Und vielleicht kann sie dann auch zu einer Zeit der Begegnung mit Gott werden.

„Zeit für Ruhe, Zeit für Stille, Atem holen und nicht hetzen,
unser Schweigen nicht verletzen. Lasst uns in die Stille hören.“


– so hat es der verstorbene Diakon Gerhard Krombusch ausgedrückt.
Ich wünsche uns allen, dass wir das auch als wertvoll erfahren können.

Bleibt behütet!
Kristina Ziegenbalg

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