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Aus meiner Sicht
diesmal: Lachen und Weinen
Die Orgel spielt, zwei Menschen, die sich lieben, schreiten zum Altar, alle sind bewegt. Ein besonderer Tag, ein Tag zum fröhlich sein, ein Tag zum Lachen. Rosenblätter werden gestreut. So soll die Ehe der beiden sein: ein Weg voller Rosen, leicht zu gehen. Mir fällt eine Legende ein. Da heißt es:
Nachdem Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben sind, sitzen sie traurig vor den Toren. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll. Die Zukunft scheint ohne Perspektive. Dann geht auch noch die Sonne unter, es wird dunkel und Adam beginnt zu weinen. „Das ist die Strafe für meine Sünden“, sagt er. Eva schlingt ihre Arme um ihn und weint mit. Gemeinsam weinen beide die ganze Nacht hindurch. Gemeinsam erleben sie, wie die Sonne am Morgen aufgeht.
Es ist gut, jemanden zu haben, der nicht nur die schönen Dinge mit erlebt. Es ist gut, wenn jemand mit weint. Miteinander weinen, das ist Nähe, ist Vertrauen, vielleicht noch mehr als miteinander lachen.
„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“, heißt es in der Bibel. Und: „Lachen und Weinen hat seine Zeit.“